PRÄSENTATION

WU GUAN


Die Schule für Chinesische Kampfkunst 
versteht sich als ein Ort,in dem gelehrt,
gelernt, geforscht, entdeckt wird und
Kampfkunst gelebt werden kann. 
Versteht man darüber hinaus die 
Schule als Gemeinschaft, ist es
für alle selbstverständlich, dass
gegenseitige Achtsamkeit, 
 partnerschaftlicher Umgang 
als wichtige Grundwerte 
verstanden werden.

Natur ist Leben, ist Bewegung. Wer die Begegnung mit der Natur sucht, wird überall ihre Bewegung, ihre Lebendigkeit spüren und sich unwillkürlich von ihr bewegen lassen. Wenn sich der Mensch in der Natur aufhält, erdet er sich, die Wirklichkeit wird wieder fassbar. Er vergewissert sich seiner selbst und kann in einer Welt ohne feste Werte neue Sicherheit finden. In der Natur schrumpfen unsere Allmachtsgefühle. Man erkennt, dass natürliche Ordnung größer ist als die kulturelle. Auch das kann eine tiefe Sehnsucht befriedigen, nähmlich mit einem übergeordneten Ganzen eins zu werden. Das kann Trost und Geborgenheit spenden. Um bei sich innerlich anzukommen, sich zu zentrieren und seelisch wirklich aufzutanken, ist die Zeitinsel des Alleinseins mit der nötigen Konzentration auf die Bewegung ausgesprochen förderlich.

Mit dem Üben im Freien können wir von den vielen seelenfördernden Kräften der Natur profitieren. Nehmen wir uns die Zeit, im betrachten der Bewegung, in dieser zu verweilen, auf sich wirken zu lassen und in sich aufzunehmen. Vielleicht bemerken wir dabei, dass es zwei Arten gibt, die wir im erlernen der Kampfkunst beobachten: Das mentale, informationsspeichernde, wertende (vor uns weg) und das aufnehmende, betrachtende, fühlende (zu uns hin). Ersteres speist den Kopf, Letzteres die Seele.

Eine Übersicht der Termine erhalten Sie hier: Termine und Veranstaltung

Erlebnisorientiertes Lernen, eigenes Handeln ist ganzheitlich; es beinhaltet kognitive und emotionale Aspekte. Eigenes Tun birgt die Chance der größten Verarbeitungstiefe. Durch eigenes Tun zu Ergebnissen zu gelangen ist eine Grundvoraussetzung, um Selbstwirksamkeit zu erlangen. Sich selbst wirksam zu fühlen ist Voraussetzung für Selbstvertrauen und Identität. Wir versuchen möglichst frei zu üben; ich zeige keine Bewegung, sondern stelle Aufgaben, ein Wort im rechten Augenblick wird Klarheit bringen. Die Übungen werden so angeordnet, daß viele Beobachtungen, übend und beobachtend, gesammelt werden.

Die Übungen im Taijiquan verinnerlichen Gleichgewicht, Geschmeidigkeit und Kraft und sind die Grundbasis aller Techniken und Bewegungen. Der Schüler nimmt die Formen an, wie die Erde den Samen und sie lassen sowohl seinen Körper, als auch seinen Geist wachsen und reifen. Die Bewegungen mögne einfach wirken, doch es ist das Ergebnis langer Arbeit - die kleine Pflanze beginnt zu wachsen. Nur wenn ein Samenkorn auf fruchtbare Erde fällt kann es wachsen und gedeihen. Irgendwann, nach langer Arbeit und viel Zuwendung, kann man eine reife Frucht ernten und sie mit allen Sinnen genießen.



Augenblicke des Gücks, des Genusses, der Vollkommenheit, 
diejenigen, in denen alles andere zur Nebensache wird, 
geben uns die Kraft für die Zeiten, 
in denen die Nebensachen überwiegen.

Christian Friedrich Hebbel.