JOHANN WOLFGANG VON GOETHE 28.8.1749 - 22.03.1832 Eins und Alles Im Grenzenlosen sich zu finden, Würd gern der Einzelne verschwinden. Da löst sich aller Überdruss; Statt heissem Wünschen, wildem Wollen, Statt läst'gem Fordern, strengem Sollen, Sich aufzugeben ist Genuss. Weltseele, komm, uns zu durchdringen! Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen Wird unsrer Kräfte Hochberuf. Teilnehmend führen gute Geister Gelinde leitend, höchste Meister, Zu dem, der alles schafft und schuf. Und umzuschaffen das Geschaffne Damit sich's nicht zum Starren waffne, Wirkt ewiges lebendiges Tun. Und was nicht war, nun will es werden, Zu reinen Sonnen, farbigen Erden, In keinem Falle darf es ruhn. Es soll sich regen, schaffend handeln, Erst sich gestalten, dann verwandeln; Nur scheinbar steht's Momente still. Das Ewige regt sich fort in allem: Denn alles muss in Nichts zerfallen, Wenn es im Sein beharren will. |

